Sehr geehrte Damen und Herren,

Diesesmal entführt Sie unser Autor Wolf Bauer in den umwerfenden Süden des Afrikanischen Kontinents. Hier liegt an der Küste des Atlantiks Namibia.

Namibia Logo

Namibia steht exemplarisch für langjährigen Kolonialismus auf dem schwarzen Kontinent, für politische Abhängigkeiten, aber auch für eine junge Unabhängigkeit. Seit 1990 losgelöst von Südafrika zeigt dieser Vielvölkerstaat als parlamentarische Demokratie, wie Kulturen friedlich zusammen leben, gleichzeitig weitsichtig ihre Natur schützen und einen modernen Tourismus ermöglichen. Archaisch anmutende Lebensweise verträgt sich hier mit dem Stadtleben des 21.Jahrhundert und als erster Staat hat Namibia den Naturschutz im Grund- gesetz verankert.

Bei der Ankunft in der Hauptstadt Windhoek oder in Swakopmund am Atlantik haben es besonders deutsch- sprachige Besucher relativ leicht, sich an Afrika zu gewöhnen. Deutsche Straßennamen zeugen auch heute von der Zeit, als Namibia deutsche Kolonie war und Deutsch-Südwest-Afrika hieß (1883 – 1915). Zum Teil wird Deutsch verstanden, Amtssprache ist Englisch, Umgangssprache Afrikaans neben vielen regional gesprochenen Sprachen.

The Big Five

Man mag trefflich streiten über Nutzen und Eigennutz des Kolonialismus und die Missionierung des christlichen Glaubens. Wir sind Gast in diesem wunderschönen Land und der Respekt vor der Natur und den Kulturen Namibias sollte selbstverständlich sein. Viele kommen wegen der vielfältigen Tierwelt in ihrem natürlichen Lebensraum – Europäern nur bekannt aus dem Zoo, in dem sie ihr Dasein fristen. Der Gedanke, dass die Großwildjagd auf die „big five“ Löwe, Leopard, Elefant, Nashorn und Büffel, immer noch ein Freizeitspaß elitärer Kreise ist, lässt uns frösteln.

Setzen wir als „Waffe“ die Fotokamera ein, werden uns die Bilder an eine traumhafte Reise erinnern, eine Safari wunderbarer Momente mit atemberaubenden Szenen vor exotischer Kulisse. Zahlreiche Anbieter führen organisierte Safaris durch, deren Ziel es ist, den Teilnehmern die wilde Schönheit nahe zu bringen – auf Exkursionen innerhalb der Nationalparks sowie außerhalb auf weniger bekannten Routen. Fotostopps sind fester Bestandteil der Touren. Die Ausrüstung sollte neben einem möglichst lichtstarken Standard-Objektiv ein Weitwinkel für Landschaftsaufnahmen und vor allem eine lange Brennweite für Tieraufnahmen beinhalten. Respekt vor den Wildtieren Afrikas ist oft auch aus Gründen der eigenen Sicherheit erforderlich, der Abstand zum Motiv erhöht sich mit abnehmenden Mut. Um Verwacklungsunschärfe zu vermeiden, empfiehlt sich neben einer sehr kurzen Belichtungszeit von 1/400 Sekunde oder kürzer ein leichtes Einbeinstativ, ein Mini-Dreibein oder als Behelf ein Beutel Sand zum provisorischen Auflegen der Kamera. Bei Aufnahmen aus der Nähe sollte der Schärfepunkt immer auf den Augen liegen. Für rasches Auswählen des Bildausschnitts gut geeignet sind Zoom-Objektive. Sie ersparen auch häufiges Auswechseln der Optik und damit die Gefahr, dass Schmutz ins Gehäuse dringt. Grundsätzlich sollte eine gut abdichtende Fototasche oder besser noch ein Rucksack eingesetzt werden, denn Staub und Sand sind allgegenwärtig. Der Bedarf an Speicherplatz ist angesichts der Fülle potentieller Motive nicht zu unterschätzen. Passionierte Fotografen haben zusätzliche Speicherkarten oder eine mobile Festplatte im Gepäck, um ihre „Beute“ abzulegen. Dann sind auch Serienbildreihen von Tieren möglich, die sich schnell bewegen. Ein weiterer geladener Akku ist neben dem UV-Schutz-Filter Pflicht.

Zebras

Der Magie über 4000 Jahre alter Relikte kann man sich schwer entziehen. Felsmalereien der Brandbergregion im Damaraland sind ein einzigartiges Erlebnis und Zeugnis unser aller Vergangenheit. Sie dem Tourismus zugänglich zu machen und gleichzeitig langfristig zu schützen bleibt solange ein Balanceakt, wie ignorante Ausländer diese fragilen Kunstwerke schädigen. Das berühmte Bild der „white lady“ ist daher bereits mit einem Gitter versehen. Blitzlicht beim Fotografieren ist Gift für die Farben, lässt sich aber einfach vermeiden durch die Wahl einer hohen Empfindlichkeitsstufe bei deaktivierter Blitzautomatik.

Himba Kind Himba Frau

Ein Highlight jeder Fernreise ist der Kontakt mit fremden Völkern, insbesondere wenn diese sich in ihrer Lebensweise so von unserer unterscheiden wie die der Volksgruppe der Himba. Im Kaokoveld in der Region Kunene beeindruckt das dramatische Naturereignis der Epupa-Wasserfälle in gleichem Maße wie die hier beheimateten Himba neugierig machen. Während die Frauen sesshaft in Kraalen leben, nomadisieren die Männer mit ihren Herden durch die Savannen des Nordens. In für uns ungewohnt spärlicher Bekleidung kombiniert mit reichhaltigem Schmuck stellen diese Menschen für Touristen ein interessantes Motiv dar.

Dem Schönheitsideal folgend wird dem gesamten Körper mit einer Mischung aus Butterfett und Ockerfarbe ein intensiver rötlicher Glanz verliehen. Die Würde und der Glaube vieler uns fremder Kulturen sehen im fotografischen Abbild den Verlust ihrer Seele. Das muss respektiert werden. Darüberhinaus führt auch heimliches, unbemerktes Abfotografieren ohnhin nicht zu einem guten Foto.

Giraffen

Im Gespräch, wenn auch in Zeichensprache, und einer angemessenen höflichen Distanz, kommt man zu deutlich besseren Ergebnissen und vermeidet Missverständnisse oder gar Konflikte. Die Vorstellung, dass eine Gruppe Afrikaner uns beim Rasenmähen im Vorgarten wegen unserer Bekleidung (Sandalen, Socken, Short und sonst nichts!) fotografiert ist ebenso unangenehm wie lächerlich.

Elefantenherde

Die Vegetation Namibias stellt sich häufig als widerstandsfähig dar. Köcherbaum, Sukkulenten und Kakteen trotzen der Hitze und Trockenheit. Leicht kann jedoch diese angepasste Pflanzenwelt etwa durch Fahrzeuge geschädigt werden. Beispielhaftes Verhalten zeigt der Wüstenelefant, wenn er mit dem Rüssel feinfühlig Grasbüschel abdreht und nicht mit der Wurzel herausreißt. Er schont seine eigene Nahrungsgrundlage und bleibt so Teil dieses einzigartigen Ökosystems. Wenn auch der Tourismus in Afrika respektvoll mit diesem Ökosystem umgeht, kann er beitragen zur Erhaltung von Flora, Fauna und den Völkern in ihrer Vielfalt und Schönheit.

Elefanten

Die Globalisierung lässt sich auch und gerade im Tourismus nicht mehr aufhalten. Gleichzeitig wächst aber die Verantwortung des Einzelnen, zur Verständigung der Völker beizutragen und das Privileg weltweiter Reisen zu nutzen, um das Bild eines gern gesehenen Gastes zu festigen. Denn die Freude am Reisen beginnt mit dem Empfang.

Fakten und Daten für Namibia in Kürze:

Beste Reisezeit: ganzjährig Im Südsommer November bis Februar sehr heiß, Gewitterregen möglich

Anreise:
Direktflug nach Windhoek-International ca.10 Std. von Frankfurt mit Air Namibia; von Düsseldorf und München mit
LTU; andere Flüge über Johannesburg

Einreise: bis 3 Monate mit Reisepass

Impfschutz: Malaria-Prophylaxe nur im tropischen Norden erforderlich, Tetanusschutz empfohlen

Reiselektüre: Reise-know-how-Verlag - Safari-Handbuch Afrika- Namibia (Schetar / Köthe) 5.Auflage 2007

Fotografie und Text: Wolf Bauer | www.fotografie-objekt.de

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